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Marthalen Natel, 7. Februar 2009 - Wie beeinflussen sich Sprechfunkgeräte und Lawinen-Verschütteten-Suchgeräte (LVS)? Was kann und sollte unter Einsatzkräften getan werden, um potenzielle Gefahrenquellen bei gegenseitiger Beeinflussung zu minimieren? Die Internationale Kommission für Alpines Rettungswesen (IKAR-CISA) mit Sitz in der Schweiz publiziert hiermit ein offizielles Statement bzw. Ratschläge zur Problematik.

Vor einigen Wochen hat ein Nordtiroler Seilbahntechniker, Bergrettungsmann und Mitglied einer Lawinenwarnkommission zufällig herausgefunden, dass sich sein LVS-Gerät aus- bzw. umschaltete, wenn es dem Sprechfunk im Einsatz zu nahe kam.

Diese Warnung des Bergretters wurde international von Einsatzkräften mit großem Interesse und in vielen Fällen dankbar wahrgenommen, besonders von Bergrettern in Österreich, Südtirol und Deutschland. Es folgte eine ausgiebige Diskussion mit vielen Fragen, zu deren Beantwortung nun die folgenden Zeilen vorliegen:

"Experten der Internationalen Kommission für Alpines Rettungswesen beschäftigten sich vor wenigen Tagen eingehend mit dem Thema und publizieren dazu folgendes Statement. Es kann und soll damit auch als offizielle Richtlinie im Südtiroler Bergrettungsdienst für dessen Einsatzkräfte gelten".

Wortlaut des IKAR-Statements ...
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Commission Internationale de Sauvetage Alpin CISA
International Commission for Alpine Rescue ICAR
Internationale Kommission für Alpines Rettungswesen IKAR
ICAR - IKAR - CISA Statement
(Kommissionen für Lawinenrettung und Bodenrettung)
» Elektromagnetische Verträglichkeit von Lawinenverschütteten–Suchgeräten [11 KB]
7. Februar 2009
In Anbetracht der aktuellen öffentlichen Diskussion über die EMV (ElektroMagnetische Verträglichkeit) von LVS (LawinenVerschütteten – Suchgeräten) hält die IKAR folgendes fest:
1. Die EMV ist für alle elektronischen Geräte ein Thema. Es gibt verschiedene Mechanismen der Interaktion, z. B. durch hochfrequente Strahlung, durch statische Magnetfelder oder sogar durch die Anwesenheit von Materialien mit hoher magnetischer Permeabilität in der Umgebung eines Gerätes
2. Die Interaktion ist nicht begrenzt auf spezifische Produkte von spezifischen Herstellern; sie kann zwischen allen Produkten mit ähnlichen Merkmalen auftreten.
3. Alle LVS verwenden Antennen, welche aus einem Ferritstab und einer Spule aufgebaut sind. Diese Antennen sind auf die nominale Betriebsfrequenz von 457 kHz abgestimmt. Jegliches Material mit signifikanter magnetischer Permeabilität in der Nähe der Antenne eines LVS kann diese Anordnung verstimmen und damit zu einer Beeinträchtigung ihrer Funktion sowohl im Sende als auch im Empfangsbetrieb führen.
4. Bestimmte Produkte verwenden eine Kombination eines Reed-Kontaktes mit einem kleinen Permanentmagnet, um einen wasserdichten Schalter für die Hauptfunktionen AUS – SENDEN – SUCHEN zu realisieren. Derartige Geräte können empfindlich sein gegenüber magnetischen Feldern, welche von anderen Geräten ausgehen, zum Beispiel von Lautsprechern von Funkgeräten, abgesetzten Mikrofonen mit Lautsprechern oder sogar von magnetischen Knöpfen an Kleidungsstücken oder Namensschildern.

Derartige Interaktionen treten aber nur bei sehr kleinen Abständen von in der Regel weniger als 10 Zentimeter auf. Wir weisen Benutzer von derartigen LVSGeräten darauf hin, dass im Ernstfall einer Lawinenverschüttung unkontrollierbare Gerätepositionen zwischen LVS und Störquellen entstehen können. Im Zweifelsfall kann mittels eines einfachen Versuches mit den in Frage gestellten Geräten ein minimaler Abstand ermittelt werden.
5. Den Benutzern von LVS wird empfohlen, die Bedienungsanleitung sorgfältig zu lesen und auf Hinweise bezüglich der EMV zu achten.
6. Das beste Mittel, um Probleme zu vermeiden, ist die Einhaltung von größtmöglichen Abständen zwischen den elektronischen Geräten.

» IKAR-Statement in Originalfassung [11 KB] (PDF-Download)
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E-Mail: » ikar-cisa.presi@bluewin.ch
Website: » www.ikar-cisa.org